Häfnerhaslach –
Eppingen/Mühlbach
Nachdem
mein Schwarzwälder-Forum-Wanderritt, der für Mitte August geplant war,
abgeblasen wurde, beschlossen Birgit
und ich (Doris) spontan, einen 3-Tages-Wanderritt zu unternehmen.
Als
Termin hatten wir uns den Abritt 4 Tage später überlegt, mit der Option, bei
Regen verschieben zu können.
Da
Albrecht am 1. Abend mit dem Womo nachkommen wollte, mussten wir nicht mit
vollem Gepäck reiten und konnten Zelt, Schlafsack und Isomatte ins Auto packen.
Wir wussten auch, dass uns an beiden Übernachtungsplätzen eingezäunte Weiden
zur Verfügung stehen würden, konnten also Zaunmaterial auch zu Hause lassen.
Leicht
bepackt starteten wir also am Sonnenberg, Birgit auf der mittlerweile 24 j.
Fanny, Meggy bei Fuß (bzw. kreiselnd vor den Füssen) und ich auf meiner 13j.
Liesa. So ganz sicher war ich nicht, dass wir Häfnerhaslach erreichen würden
und wenn uns jemand fragte, wo wir denn hin reiten, sagte ich immer : wir
versuchen, bis Häfnerhaslach zu kommen J. Ich hatte eine Linie auf
der Karte gezogen, die den Sonnenberg mit Häfnerhaslach verband und wir
versuchten, möglichst nahe dieser Ideallinie zu reiten. Das Wetter war kühl,
sonnig, etwas windig – kurz : ideal zum Wanderreiten! Über Büchig, wo mein
erprobtes Wanderreitpferd nicht durch einen kleinen Graben und eine Böschung
hinauf wollte und ich deshalb einen kleinen Umweg reiten musste, vorbei an
Gölshausen und Großvillars ging es nach Oberderdingen. Dort auf einem
Aussiedlerhof fragten wir nach Wasser und machten kurz darauf – oberhalb von
Oberderdingen am Rand einer Obstbaumwiese unsere 1. Mittagsrast. Liesa habe ich
mit ca 4m Seil (ihre Zügel) an einen hohen Ast gebunden und sie graste brav in
ihrem Kreis um den Baum. Fanny durfte frei grasen, bewegte sich aber kaum ein
paar Meter von uns weg.

Der
Rotwein und das Vesper schmeckten klasse, es irritierte uns nur, dass während
unserer Mittagspause ständig Autos vorbei fuhren. Das klärte sich dann auf. Wir
rasteten wenige Meter vor dem Derdinger Horn, einem bekannten Ausflugsziel mit
„geologischen Fenster“, wo man die einzelnen Gesteinsschichten sehen konnte und
Erklärungen dazu fand. Danach wurde es dann sehr viel ruhiger, wir bewegten uns
entlang der Eppinger Linie und waren sehr viel im Wald,

unterbrochen
von atemberaubenden Ausblicken auf den Stromberg, seine Hügel, Streuobstwiesen
und Dörfer. Wir kamen gut voran und erreichten ohne Stress und Irrwege nach ca
27km und 8 Stunden gegen 17Uhr unser Ziel in Häfnerhaslach : Christine und
ihren Offenstall. Die Pferde durften auf eine schöne Wiese und wir hielten
erstmal ein Schwätzchen mit Christine, kurz darauf war auch Albrecht mit dem
Womo schon da.
Birgit
und ich spazierten auf die Sommerweide, wo meine Lucy diesen Sommer verbringt
und schauten, wie schön sie sich entwickelt hatte.
Inzwischen
hatte Albrecht angefangen Spaghetti mit Hackfleischsoße zu kochen und wir
ließen es uns gut gehen J

Birgit
baute ein Zelt auf der Pferdeweide auf und wir schliefen alle gut. Am Morgen
kam Christine zum Frühstück zu uns und um 10Uhr hatten wir die Pferde wieder gesattelt und waren zum Weiterritt
bereit.

Zuerst
ging es durch einen alten stillgelegten Weinberg, dann hinein in den Wald. Die
Sonne hielt sich heute zurück, aber es regnete nicht. Der Hohlweg von der
Hochebene runter ins Tal war für Reiter gesperrt, wir sahen aber keine andere
Möglichkeit in diese Richtung zu gelangen, sahen Hufspuren und versuchten,
durchzukommen. Das war auch kein Problem – begegnet sind wir an diesem Tage
NIEMANDEM! Außer Autos, wenn wir ab und an Strassen queren mussten. Ein
wunderbar fein gesplitteter Waldweg endete im Nirwana – wir mussten querwaldein
kraxeln, erreichten aber dann wieder einen Weg, dessen Himmelsrichtung ich am
Kompass ablesen wollte – der war aber kaputt gegangen. Die bemooste Seite der
Bäume war an jedem Baum anders, aber wir schafften es doch, die richtige
Richtung einzuschlagen. Am Waldrand wieder ein Aussichtspunkt über die Eppinger
Ebene – herrlich!!
Nach
17km und 7 Stunden trudelten wir bei der Moonlight Ranch ein, die Pferde
wurden versorgt und auf eine große Weide entlassen und wir bezogen unser
Zimmer, genossen die Dusche und nahmen ein tolles Abendessen zu uns. Der Saloon
war leer, weil in Eppingen Altstadtfest stattfinden sollte. Wir schlürften noch
auf der Veranda ein Viertele und fielen dann müde ins Bett.
Der
dritte Wanderreittag brach an, wir bekamen ein supertolles Frühstück, was noch
fürs Vesper mittags reichte, schnorrten Kraftfutter für die Pferde und zogen
kurz vor 10 Uhr wieder los. Ganz nahe an der Ravensburg ritten wir entlang

Auch
heute war kaum jemand unterwegs, außer den Autos an den Strassen, die wir
manchmal passieren mussten. Meggy machte das prima. Erst auf Kommando kam sie
hinter uns her, wenn die Strasse frei war. Auch sie genoss die Mittagspausen
und entspannte sich dabei.

Es
schien wieder die Sonne und wir fanden richtig schöne Wege und sogar die auf
der Karte eingezeichnete Quelle entdeckten wir im Wald! Gewundene Wege zwischen
Maisfeldern und Sonnenblumen und ein herrlicher Panoramaweg über Gochsheim, der
in einer Schafkoppel endete.
Zum Glück konnte man den Schafzaun leicht
öffnen und mit den Pferden durchschlüpfen.
Nach
8 Stunden und 29km erreichten wir wieder unseren Sonnenberg, wo Albrecht schon
mit dem Empfangssekt wartete. Andi kam hinzu, die Pferde durften die Terrasse
am A2 abgrasen und wir bestellten uns Hühnchen – ein schöner Ausklang dreier
wunderschöner Tage!
