Wanderritt 21.-23.Juli 2005

Häfnerhaslach – Eppingen/Mühlbach

 

Nachdem mein Schwarzwälder-Forum-Wanderritt, der für Mitte August geplant war, abgeblasen wurde, beschlossen Birgit und ich (Doris) spontan, einen 3-Tages-Wanderritt zu unternehmen.

Als Termin hatten wir uns den Abritt 4 Tage später überlegt, mit der Option, bei Regen verschieben zu können.

Da Albrecht am 1. Abend mit dem Womo nachkommen wollte, mussten wir nicht mit vollem Gepäck reiten und konnten Zelt, Schlafsack und Isomatte ins Auto packen. Wir wussten auch, dass uns an beiden Übernachtungsplätzen eingezäunte Weiden zur Verfügung stehen würden, konnten also Zaunmaterial auch zu Hause lassen.

Leicht bepackt starteten wir also am Sonnenberg, Birgit auf der mittlerweile 24 j. Fanny, Meggy bei Fuß (bzw. kreiselnd vor den Füssen) und ich auf meiner 13j. Liesa. So ganz sicher war ich nicht, dass wir Häfnerhaslach erreichen würden und wenn uns jemand fragte, wo wir denn hin reiten, sagte ich immer : wir versuchen, bis Häfnerhaslach zu kommen J. Ich hatte eine Linie auf der Karte gezogen, die den Sonnenberg mit Häfnerhaslach verband und wir versuchten, möglichst nahe dieser Ideallinie zu reiten. Das Wetter war kühl, sonnig, etwas windig – kurz : ideal zum Wanderreiten! Über Büchig, wo mein erprobtes Wanderreitpferd nicht durch einen kleinen Graben und eine Böschung hinauf wollte und ich deshalb einen kleinen Umweg reiten musste, vorbei an Gölshausen und Großvillars ging es nach Oberderdingen. Dort auf einem Aussiedlerhof fragten wir nach Wasser und machten kurz darauf – oberhalb von Oberderdingen am Rand einer Obstbaumwiese unsere 1. Mittagsrast. Liesa habe ich mit ca 4m Seil (ihre Zügel) an einen hohen Ast gebunden und sie graste brav in ihrem Kreis um den Baum. Fanny durfte frei grasen, bewegte sich aber kaum ein paar Meter von uns weg.

Der Rotwein und das Vesper schmeckten klasse, es irritierte uns nur, dass während unserer Mittagspause ständig Autos vorbei fuhren. Das klärte sich dann auf. Wir rasteten wenige Meter vor dem Derdinger Horn, einem bekannten Ausflugsziel mit „geologischen Fenster“, wo man die einzelnen Gesteinsschichten sehen konnte und Erklärungen dazu fand. Danach wurde es dann sehr viel ruhiger, wir bewegten uns entlang der Eppinger Linie und waren sehr viel im Wald,

unterbrochen von atemberaubenden Ausblicken auf den Stromberg, seine Hügel, Streuobstwiesen und Dörfer. Wir kamen gut voran und erreichten ohne Stress und Irrwege nach ca 27km und 8 Stunden gegen 17Uhr unser Ziel in Häfnerhaslach : Christine und ihren Offenstall. Die Pferde durften auf eine schöne Wiese und wir hielten erstmal ein Schwätzchen mit Christine, kurz darauf war auch Albrecht mit dem Womo schon da.

Birgit und ich spazierten auf die Sommerweide, wo meine Lucy diesen Sommer verbringt und schauten, wie schön sie sich entwickelt hatte.

Inzwischen hatte Albrecht angefangen Spaghetti mit Hackfleischsoße zu kochen und wir ließen es uns gut gehen J

Birgit baute ein Zelt auf der Pferdeweide auf und wir schliefen alle gut. Am Morgen kam Christine zum Frühstück zu uns und um 10Uhr hatten wir die Pferde wieder gesattelt und waren zum Weiterritt

bereit.

 

Zuerst ging es durch einen alten stillgelegten Weinberg, dann hinein in den Wald. Die Sonne hielt sich heute zurück, aber es regnete nicht. Der Hohlweg von der Hochebene runter ins Tal war für Reiter gesperrt, wir sahen aber keine andere Möglichkeit in diese Richtung zu gelangen, sahen Hufspuren und versuchten, durchzukommen. Das war auch kein Problem – begegnet sind wir an diesem Tage NIEMANDEM! Außer Autos, wenn wir ab und an Strassen queren mussten. Ein wunderbar fein gesplitteter Waldweg endete im Nirwana – wir mussten querwaldein kraxeln, erreichten aber dann wieder einen Weg, dessen Himmelsrichtung ich am Kompass ablesen wollte – der war aber kaputt gegangen. Die bemooste Seite der Bäume war an jedem Baum anders, aber wir schafften es doch, die richtige Richtung einzuschlagen. Am Waldrand wieder ein Aussichtspunkt über die Eppinger Ebene – herrlich!!

Nach 17km und 7 Stunden trudelten wir bei der Moonlight Ranch ein, die Pferde wurden versorgt und auf eine große Weide entlassen und wir bezogen unser Zimmer, genossen die Dusche und nahmen ein tolles Abendessen zu uns. Der Saloon war leer, weil in Eppingen Altstadtfest stattfinden sollte. Wir schlürften noch auf der Veranda ein Viertele und fielen dann müde ins Bett.

Der dritte Wanderreittag brach an, wir bekamen ein supertolles Frühstück, was noch fürs Vesper mittags reichte, schnorrten Kraftfutter für die Pferde und zogen kurz vor 10 Uhr wieder los. Ganz nahe an der Ravensburg ritten wir entlang

 

 

 

Auch heute war kaum jemand unterwegs, außer den Autos an den Strassen, die wir manchmal passieren mussten. Meggy machte das prima. Erst auf Kommando kam sie hinter uns her, wenn die Strasse frei war. Auch sie genoss die Mittagspausen und entspannte sich dabei.

 

Es schien wieder die Sonne und wir fanden richtig schöne Wege und sogar die auf der Karte eingezeichnete Quelle entdeckten wir im Wald! Gewundene Wege zwischen Maisfeldern und Sonnenblumen und ein herrlicher Panoramaweg über Gochsheim, der in einer Schafkoppel endete.

 

 

 

Zum Glück konnte man den Schafzaun leicht öffnen und mit den Pferden durchschlüpfen.

Nach 8 Stunden und 29km erreichten wir wieder unseren Sonnenberg, wo Albrecht schon mit dem Empfangssekt wartete. Andi kam hinzu, die Pferde durften die Terrasse am A2 abgrasen und wir bestellten uns Hühnchen – ein schöner Ausklang dreier wunderschöner Tage!